Ein Vivarium ist nach der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) ein Oberbegriff für Anlagen wie Terrarien und Aquarien. Ein Terrarium dient zur Pflege von Tieren und/oder Pflanzen. Es ist meist ein überwiegend geschlossenes Behältnis, in dem ein eigenes Klima möglich ist; es ist nicht vollständig mit Wasser gefüllt. Auch offene Freilandterrarien tragen diesen Namen. Ein Paludarium verbindet einen Land- mit einem Wasserbereich. Auch ein Aquaterrarium kombiniert beide Bereiche; die Abgrenzung zum Paludarium ist in der Fachliteratur nicht einheitlich. Quelle: DGHT
Die Bezeichnung hilft beim Einordnen einer Anlage. Sie sagt aber noch nicht, ob ein konkretes Gehege für eine bestimmte Tierart geeignet ist.
Inhaltsverzeichnis
Die Begriffe im Überblick
- Vivarium: Oberbegriff, der unter anderem Terrarien und Aquarien einschließt. Die genaue Gestaltung bleibt offen.
- Terrarium: Behältnis für Tiere oder Pflanzen, meist überwiegend geschlossen und mit möglichem eigenem Klima; es ist nicht vollständig mit Wasser gefüllt. Der Name allein sagt nicht, ob eine Art darin gehalten werden kann.
- Aquarium: Ein mit Wasser gefülltes Becken für Wasserlebewesen. Anlagen mit einem Landteil können als Übergangsformen bezeichnet werden.
- Paludarium: Anlage mit Land- und Wasserbereich; ein festes Verhältnis ist durch den Namen nicht festgelegt.
- Aquaterrarium: Mischform aus Wasser- und Landbereich, ohne allgemein verbindliche Grenze zum Paludarium.
Paludarium oder Aquaterrarium?
Die DGHT beschreibt das Paludarium als Terrarium mit integriertem Aquarium und das Aquaterrarium als Mischform mit Landteil. Sie weist zugleich darauf hin, dass beide nicht scharf voneinander abzugrenzen sind. Zur Begriffserklärung der DGHT
Der Fachautor Beat Akeret beschreibt das Paludarium außerdem über den Bezug zu Sumpfgebieten. Sein Überblick zeigt, dass die Literatur beide Bezeichnungen teilweise unterschiedlich verwendet. Wer einen bestimmten Aufbau beurteilen will, schaut daher besser auf die tatsächlichen Wasser- und Landbereiche als nur auf das Etikett. Einführung in Paludarien und Aquaterrarien (PDF)
Was bedeutet das für die Planung?
Wenn ein Tier einziehen soll, kläre zuerst seine konkreten Anforderungen. Erst daraus lässt sich ableiten, wie Land- und Wasserbereiche, nutzbarer Raum, Klima und Zugang geplant werden müssen. Ein Name oder ein bestimmter Wasseranteil allein ist keine Eignungsprüfung.
Für eine erste Beschreibung deiner geplanten Anlage helfen diese Fragen:
- Soll es einen dauerhaften Wasserbereich geben oder lediglich eine Wasserschale? Wie soll der Wasserbereich erreichbar und zu reinigen sein?
- Welche Landflächen sind tatsächlich nutzbar, und wie kommst du für Kontrolle und Pflege an sie heran?
- Welche Anforderungen an Klima, Licht, Wasser und Ausstattung gelten für die konkret geplante Art und Lebensphase?
- Welche Maße und welches Gewicht hat die fertig eingerichtete Anlage am vorgesehenen Standort? Ein Name wie „Paludarium“ beantwortet diese Frage nicht.
Die Fragen helfen bei der Beschreibung. Sie ersetzen weder eine artspezifische Prüfung noch die Angaben zur Belastbarkeit des vorgesehenen Unterbaus.
Für die Entscheidung vor der Anschaffung hilft unsere Übersicht zur Tierwahl. Geht es anschließend um den Aufbau, findest du die einzelnen Planungsschritte unter Terrarium einrichten.
Quellen und Einordnung
- DGHT: Was ist Terraristik? – Definitionen und Übergänge zwischen den Anlagen.
- Beat Akeret: Paludarien und Aquaterrarien – eine kurze Einführung (PDF) – unterschiedliche Verwendung der Begriffe in der Literatur.
Dieser Artikel erklärt die Begriffe. Er enthält keine Artenempfehlung, Mindestmaße oder Anleitung zum Umbau eines bestimmten Behälters.