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Terrarium Pflanzen Guide: Ungiftige Arten, Sicherheit & Pflege (Liste)

Ein Terrarium ohne Pflanzen ist oft nur ein trauriger Glaskasten. Erst das Grün macht aus einem Behälter ein lebendiges Ökosystem. Pflanzen sorgen für hohe Luftfeuchtigkeit, bieten deinen Tieren Verstecke und sehen einfach fantastisch aus.

Doch Vorsicht: Wer blind im Baumarkt zugreift, holt sich schnell ein „Trojanisches Pferd“ ins Haus. Viele herkömmliche Zimmerpflanzen sind mit Pestiziden behandelt oder für Reptilien giftig.

In diesem Guide erfährst du, welche Pflanzen für das Terrarium wirklich sicher sind, wie du sie von Giftstoffen befreist und ob künstliche Alternativen Sinn machen.

⏱️ Das Wichtigste in Kürze (TL;DR)

  • ⚠️ Vorsicht im Baumarkt: Viele Pflanzen sind mit Pestiziden behandelt. Das ist oft tödlich für deine Bodenpolizei (Asseln).
  • 🚿 Die wichtigste Regel: Nie direkt mit Topf einpflanzen! Entferne die Erde komplett und spüle die Wurzeln lauwarm ab.
  • ✅ Sichere Klassiker: Efeutute, Bromelien und Farne sind für fast jedes Regenwald-Terrarium perfekt.
  • 🌵 Wüsten-Tiere: Bartagamen & Co. fressen Pflanzen. Nutze hier nur essbare Arten wie Golliwoog oder Aloe Vera.
Illustration: Links eine giftige Pflanze im Baumarkt-Topf, rechts eine gereinigte, sichere Pflanze für das Terrarium.

☠️ Die Gefahr aus dem Gartencenter: Pestizide & Dünger

Bevor wir zur Liste der sicheren Arten kommen, müssen wir über das größte Problem sprechen, das viele Anfänger übersehen: Systemische Insektizide.

Wenn du Terrarium Pflanzen kaufen gehst (egal ob im Baumarkt oder Gartencenter), sehen diese oft perfekt aus. Kein angefressenes Blatt, keine Laus. Der Grund? Sie wurden chemisch behandelt.

Das Problem für deine Bodenpolizei

Viele Züchter nutzen sogenannte „systemische Mittel“. Diese werden nicht nur außen aufgesprüht, sondern von der Pflanze über die Wurzeln aufgenommen und im gesamten Gewebe (Blätter, Stängel) gespeichert.

  • Für das Reptil: Oft ungefährlich, solange es die Pflanze nicht frisst.
  • Für die Bodenpolizei: Tödlich. Wenn deine Asseln und Springschwänze an den Wurzeln knabbern oder die abfallenden Blätter fressen, sterben sie. Dein bioaktiver Kreislauf bricht zusammen.

Unser Tipp: Kaufe wenn möglich Pflanzen, die als „futtergeeignet“ oder „bio“ gekennzeichnet sind, oder nutze unsereReinigungs-Anleitungweiter unten, um Risiken zu minimieren.


Schnell-Check: Ist deine Pflanze giftig?

Du stehst gerade im Baumarkt oder hast eine Pflanze auf der Fensterbank, die du gerne ins Terrarium setzen würdest? Nicht raten – prüfen!

Nutze unser interaktives Tool, um sofort zu sehen, ob die Pflanze sicher (🟢 grün),
bedingt geeignet (🟠 orange) oder giftig (🔴 rot) ist.

🔍 Pflanzen-Schnell-Check

Wähle eine Pflanze aus der Liste, um zu prüfen, ob sie sicher ist:


🌴 Grüne Liste: Die besten Pflanzen für das Regenwald-Terrarium

Ein Regenwaldterrarium zeichnet sich durch hohe Feuchtigkeit (70–90 %) und Wärme aus. Nicht jede Zimmerpflanze verträgt diese „Dauer-Sauna“. Hier sind die robustesten Kandidaten, die in fast jedem Tropen Terrarium funktionieren.

1. Die Unkaputtbaren (Kletterpflanzen & Bodendecker)

Diese Pflanzen wachsen schnell und sind ideal, um die Terrarium Rückwand zu bepflanzen oder den Boden zu bedecken.

  • Efeutute (Epipremnum aureum): Der absolute Klassiker. Sie ist extrem robust, wächst schnell und verträgt auch weniger Licht. Achtung: Der Saft enthält Oxalate, die leicht reizen können, aber die meisten Reptilien meiden sie instinktiv.
  • Kletterfeige (Ficus pumila): Perfekt, um Rückwände aus Kork oder Xaxim komplett zu begrünen. Sie braucht aber konstant hohe Feuchtigkeit, sonst vertrocknet sie sofort.
Die Unkaputtbaren

Kletterpflanzen & Bodendecker (Must-Haves)

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Ficus Pumila
Kletterfeige (Ficus pumila)
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2. Die Wasserspeicher (Bromelien & Tillandsien)

Kein Pflanzen Terrarium im Tropen-Look ist komplett ohne sie.

  • Bromelien (z.B. Neoregelia, Guzmania): Sie bilden in ihren Blattachseln kleine Wassertrichter. Für Pfeilgiftfrösche oder kleine Geckos sind das natürliche Pools und Laichplätze. Sie sollten aufgebunden (auf Äste geklebt) und nicht in den nassen Boden gepflanzt werden, da sie sonst faulen.
  • Tillandsien (Luftnelken): Sie brauchen gar keine Erde. Du klebst oder bindest sie einfach auf Äste. Sie holen sich Wasser und Nährstoffe direkt aus der Luftfeuchtigkeit.
Wichtig für das Klima

Bromelien & Tillandsien (Wasserspeicher)

Neoregelia Bromelie
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Guzmania Bromelie
Guzmania (Blühend)
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Tillandsien Mix
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3. Die Highlights (Orchideen & Farne)

Wenn du Orchideen im Terrarium halten willst, greife nicht zur großen Baumarkt-Orchidee (Phalaenopsis), die oft zu groß wird und zu schnell fault.

  • Juwel-Orchidee (Ludisia discolor): Eine Boden-Orchidee mit wunderschön gemusterten Blättern. Sie mag es feucht und schattig – perfekt für den Terrarienboden.
  • Schwertfarn (Nephrolepis): Der klassische Farn für das Regenwald Terrarium. Er liebt Feuchtigkeit, wuchert aber stark. Du musst ihn regelmäßig zurückschneiden.
Optische Highlights

Orchideen & Farne (Bodenbereich)

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Kurzer Zwischen-Check: Was passt zu dir?

PflanzeSchwierigkeitLichtbedarfIdeal für…
EfeututeSehr EinfachGering bis MittelAlle (besonders Schlangen & Geckos)
BromelieMittelMittel bis HochFrösche, Taggeckos
Ficus PumilaMittelMittelRückwand-Begrünung
OrchideeHochMittelErfahrene Halter, Optik

Schau dir auch den Artikel an: Nano Terrarium Einrichten

🌵 Wüsten-Spezial: Pflanzen für Bartagamen & Co.

Im Wüstenterrarium herrschen harte Bedingungen: Es ist heiß, trocken und die Bewohner sind oft rabiater. Besonders wenn du Pflanzen für ein Bartagamen Terrarium oder für Schildkröten suchst, musst du zwei Dinge beachten:

  1. Fressbarkeit: Bartagamen und Schildkröten sind Pflanzenfresser. Alles, was grün ist, wird probiert. Die Pflanzen müssen also ungiftig (am besten essbar) sein.
  2. Robustheit: Zarte Blümchen werden plattgewalzt.

Wenn du unsicher bist, ob eine spezielle Pflanze giftig ist, prüfe sie in der Datenbank für Veterinärtoxikologie.

Top-Auswahl für trockene Becken:

  • Golliwoog (Callisia repens): Eigentlich eine Futterpflanze. Du kannst sie topfweise ins Terrarium stellen. Sie sieht frisch aus und dient als gesunder Snack. Wenn sie abgefressen ist, tauschst du sie einfach aus.
  • Aloe Vera: Sie speichert Wasser, sieht toll aus und das Gel im Inneren ist sogar heilend bei kleinen Kratzern. Wichtig: Nimm die „Echte Aloe“ (Aloe barbadensis miller).
  • Sukkulenten (Echeveria & Haworthia): Diese dickfleischigen Pflanzen sind ideal. Besonders Haworthia (Zebra-Kaktus) hat keine Stacheln und überlebt auch längere Trockenphasen.
  • Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata): Sieht aus wie ein kleiner Baum, ist ungiftig und sehr robust.
Robust & Trocken

Wüsten-Spezial: Pflanzen für Bartagamen & Co.

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Achtung bei Kakteen: Auch wenn sie optisch perfekt in ein Wüsten Terrarium passen – Kakteen mit harten Stacheln haben im Terrarium nichts zu suchen. Die Verletzungsgefahr für die Augen und Haut der Tiere ist zu hoch.


🦟 Trend-Check: Fleischfressende Pflanzen im Terrarium?

Viele wollen ein Terrarium mit fleischfressenden Pflanzen (Karnivoren) einrichten. Die Idee klingt ja auch genial: Die Pflanze frisst die nervigen Trauermücken oder entlaufene Heimchen weg.

Die harte Wahrheit: In 90 % der Fälle sterben diese Pflanzen im normalen Reptilien-Terrarium schnell ab.

Warum?

  1. Der Boden: Karnivoren brauchen extrem nährstoffarmen, sauren Boden (Torf). Normale Terrarienerde oder Humus ist für sie wie Gift (zu viele Nährstoffe).
  2. Das Wasser: Sie vertragen kein Leitungswasser (Kalk), sondern nur Regen- oder Destilliertes Wasser.
  3. Winterruhe: Die klassische Venusfliegenfalle braucht im Winter Kälte (5–10 °C). Im warmen Wohnzimmer-Terrarium geht sie ein.

Die Ausnahme: Das Fettkraut (Pinguicula)

Wenn du es unbedingt versuchen willst, greif zum Fettkraut. Es wirkt wie ein natürlicher Gelbstecker gegen Trauermücken, kommt mit wärmeren Temperaturen besser klar und braucht keine so extrem hohe Luftfeuchte wie Kannenpflanzen.

Gegen Trauermücken

Fleischfressende Pflanzen (Die Ausnahme)

Pinguicula Fettkraut
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Schau dir auch den Guide zum Terrarium Bodengrund an.


🌿 Das Duell: Echte vs. Künstliche Pflanzen

Das Thema spaltet die Geister. Suchbegriffe wie künstliche Pflanzen oder fake pflanze klein werden tausendfach gesucht. Haben Plastikpflanzen im Terrarium eine Daseinsberechtigung?

Hier ist der objektive Vergleich, damit du entscheiden kannst:

Echte Pflanzen (Bioaktiv)

  • Vorteile: Regulieren die Luftfeuchtigkeit (natürliches Klima), bauen Schadstoffe ab, bieten Nahrung für die Bodenpolizei.
  • Nachteile: Brauchen Licht & Wasser, können eingehen, können Parasiten einschleppen.
  • Fazit: Ein Muss für jedes Regenwald- und Bioaktiv-Terrarium.

Erfahre mehr über die Terrarium Beleuchtung.

Künstliche Pflanzen (Plastik/Seide)

  • Vorteile: Unkaputtbar (toll für große Schlangen oder Warane), hygienisch (leicht abwaschbar), sofort „perfekte“ Optik, keine Pflege nötig.
  • Nachteile: Kein Einfluss aufs Klima, sehen oft „billig“ aus, können ausdünsten (auf Qualität achten!).
  • Fazit: Sinnvoll in Quarantäne-Becken, bei extrem schweren Tieren oder in sehr dunklen Ecken des Terrariums, wo echtes Grün sterben würde.

Unser Tipp: Wenn du künstliche Pflanzen nutzt, kombiniere sie! Ein Gerüst aus robusten echten Pflanzen (z.B. Efeutute) und dazu ein paar hochwertige Kunstpflanzen für die Fülle. So hast du die Vorteile aus beiden Welten.


🛠️ Praxis-Guide: So machst du Pflanzen „Terrarien-Safe“

Du hast eine schöne Pflanze im Baumarkt gekauft und willst sie ins Terrarium einpflanzen? Stopp! Pflanze sie niemals direkt mit dem gekauften Topf und der Erde ein. Dort verstecken sich oft Düngerkügelchen (diese kleinen gelben/weißen Kügelchen) und Pestizidreste.

Befolge diese 4 Schritte, um das Risiko für deine Tiere zu minimieren:

Schritt 1: Raus aus dem Topf & Erde entfernen

Nimm die Pflanze aus dem Plastiktopf. Schüttle die komplette Erde ab. Die Erde aus dem Gartencenter ist meist stark vorgedüngt, was deiner Bodenpolizei schaden kann. Wir wollen die Wurzeln so nackt wie möglich haben.

Schritt 2: Die Wurzel-Dusche

Stell die Pflanze in die Dusche oder das Waschbecken. Spüle die Blätter und vor allem den Wurzelballen mit lauwarmem Wasser gründlich ab.

  • Ziel: Reste von Blattglanzspray (auf den Blättern) und Dünger (an den Wurzeln) mechanisch entfernen.

Schritt 3: Wässern (Das „Ausspülen“)

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, stelle die Pflanze für 24 Stunden in einen Eimer mit Wasser (nur die Wurzeln). Das hilft, überschüssige Salze und Stoffe auszuschwemmen.

Schritt 4: Einpflanzen ins richtige Substrat

Jetzt kannst du die Pflanze ins Terrarium setzen. Nutze dafür dein eigenes, bioaktives Substrat (z.B. Waldhumus, Kokosfaser-Mix), das frei von Chemikalien ist.

Unser Tipp: Wenn du unsicher bist, ob eine Pflanze gespritzt wurde, halte sie für 2–3 Wochen in „Quarantäne“ auf der Fensterbank, bevor sie ins Tier-Gehege wandert.


FAQ: Häufige Fragen zur Bepflanzung

Dürfen Pflanzen aus dem Wald ins Terrarium?

Jein. Es ist zwar kostenlos und natürlich, aber das Risiko ist hoch. Mit Moos oder Farnen aus dem Wald holst du dir fast garantiert blinde Passagiere ins Haus: Spinnen, Milben, Hundertfüßer oder sogar Ameisen, die deine Terrarien-Population angreifen können. Wenn du es wagst: Lege die Pflanzen vorher für 20 Minuten in Wasser ein, um Gäste „auszuschwemmen“. Sicherer sind Pflanzen aus dem Handel oder In-Vitro-Pflanzen (steril gezüchtet).

Ist Efeu (Hedera Helix) giftig für Reptilien?

Das ist ein umstrittenes Thema. Gemeiner Efeu enthält Saponine, die leicht giftig sind.

Für Insektenfresser (Geckos, Frösche, Schlangen): 🟡 BEDINGT JA. Da sie die Pflanze nicht fressen, nutzen viele Halter Efeu erfolgreich als robuste Kletterpflanze. Wir empfehlen aber sicherheitshalber die ungiftige Efeutute als Alternative.

Für Pflanzenfresser (Bartagamen, Schildkröten): 🔴 NEIN. Sie könnten daran knabbern -> Vergiftungsgefahr.

Kann ich normale Orchideenerde verwenden?

Vorsicht beim Kleingedruckten. Viele Sackwaren („Orchideensubstrat“) im Baumarkt sind mit mineralischem Dünger angereichert. Für ein bioaktives Terrarium mit Springschwänzen und Asseln ist das oft zu scharf. Mische dir dein Substrat lieber selbst aus Pinienrinde, Sphagnum-Moos und Laub, oder kaufe spezielles Terrariensubstrat.

Fressen Heuschrecken meine Pflanzen auf?

Ja, das ist der Klassiker. Futtertiere wie Heuschrecken oder Grillen, die sich im Terrarium verstecken, haben Hunger. Wenn sie kein Futter finden, fressen sie deine teuren Orchideen oder Bromelien an. Lösung: Lege immer ein Stück Karotte oder spezielles Insektenfutter („Bug Burger“) ins Terrarium, damit die Futtertiere satt sind und deine Pflanzen in Ruhe lassen.


✅ Fazit: Grün macht glücklich (und gesund)

Pflanzen im Terrarium sind mehr als nur Deko. Sie sind die Lunge deines kleinen Ökosystems, sorgen für die richtige Luftfeuchtigkeit und bieten deinen Tieren Sicherheit.

Wenn du dich an die Grüne Liste hältst (Efeutute, Bromelien, Farne) und neue Pflanzen gründlich abwäschst, steht deinem Dschungel nichts im Weg. Und falls du doch mal einen „schwarzen Daumen“ hast: Ein Mix aus echten Pflanzen und hochwertigen Kunstpflanzen ist absolut okay!

Bereit für den nächsten Schritt? Jetzt, wo Boden und Pflanzen stehen, fehlt noch das richtige Licht, damit alles wächst. Hier geht es weiter zu unserem großen [Licht-Guide für Terrarien].

📅 Zuletzt aktualisiert und fachlich geprüft am: 5. Januer 2026 ✍️ Von der Terrarium-Freunde Redaktion

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